Titelstory Diamond Business 3-2020
  • Firma: Neher Dia GmbH & Co. KG | Am Sägebach 6 | 88356 Ostrach-Einhart
  • Land: Deutschland
  • Autor(en): Neher Dia GmbH & Co. KG
  • Artikel vom: 02 September 2020
  • Seitenaufrufe: 238
  • Artikel Nummer: 074-006-de
  • Titelstory Diamond Business 3-2020

    30 Jahre Neher – Alles aus einer Hand

    Seit über 30 Jahren stellt die Neher Group Präzisionswerkzeuge für die unterschiedlichsten Bereiche und Anwendungen her. Mit der Gründung der Neher Automation im Jahr 2012 wurde kontinuierlich das Ziel verfolgt, den Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Dazu gehören, neben den Werkzeugen, alle weiteren Dienstleistungen rund um die Bauteilbearbeitung. So entwickelte sich das Unternehmen stetig zum weltweit einzigen Full-Service-Systemanbieter.

    Additive Fertigung / Rapid Prototyping

    Bereits in der Entwicklungsphase wünschen sich die Kunden in immer mehr Fällen ein Test- oder Anschauungsmodell ihres Produkts. Dafür extra Formen anzufertigen kann sehr kostspielig sein. Eine deutlich günstigere und vor allem schnellere Methode zur Herstellung von Prototypen ist die „Additive Fertigung“.

    Im Jahr 2016 hat die Neher Group in einen ersten 3D-Metalldrucker investiert. Da die Entwicklung innerhalb der additiven Fertigung sehr schnell vorangeschritten ist, erfolgte 2019 die Anschaffung einer Anlage der neuesten Generation. Mit dem neuen 3D-Drucker können jetzt nicht nur verschiedene Materialien verarbeitet, sondern auch größere Bauteile hergestellt werden. Diese Technologie kommt der Neher Group vor allem auch in einem stark veränderlichen Umfeld zugute. Beispielsweise sah sich die gesamte Automobilbranche durch Klimaschutz und gesetzliche Vorschriften unter Druck gesetzt, sodass die Entwicklung und Produktion von E-Fahrzeugen deutlich zunahm. Im Vergleich zur Bearbeitung eines Verbrennungsmotors werden bei einem Elektromotor zwar weniger, dafür aber zum Teil sehr große Werkzeuge benötigt. Die bestehenden Maschinenkonzepte sind für solche Werkzeuge aufgrund des hohen Gewichts oftmals nicht ausgelegt. Für diese Anwendungen können in nur kurzer Zeit Werkzeuge aus dem 3D-Drucker hergestellt werden, welche die Gewichtsanforderungen bestehender Maschinen erfüllen.

    Auch die Optimierung bestehender Werkzeuge mit Hilfe der additiven Fertigung hat großes Potenzial. Durch die hohe geometrische Gestaltungsfreiheit ist es bspw. möglich, Kühlkanäle an der optimalen Position auf die Schneide treffen zu lassen. Tests und erste Serien bei Kunden haben signifikante Standzeitverbesserungen gezeigt. Auch die Erstellung oder Integration bionischer Strukturen ist durch die generative Fertigungsweise möglich. Auf diese Weise können nach dem Vorbild gewisser Pflanzen die dämpfenden Eigenschaften der Werkzeuge verbessert werden.

    Spann-, Werkzeug- und Bearbeitungskonzept

    Um eine reibungslose Bearbeitung der späteren Serienteile zu ermöglichen, werden von der Neher Group alle Dienstleistungen von der Spannvorrichtung über das Werkzeugkonzept bis hin zur Erstellung des Programms und der Kollisionsbetrachtung angeboten. In enger Zusammenarbeit mit dem Maschinenhersteller bzw. dem Endkunden entstehen so abgestimmte und effiziente Bearbeitungsprozesse, die auch im Nachgang von qualifiziertem Neher-Personal weiterbetreut werden.

    In diesem Bereich bietet das Werkzeugkonzept das größte Potenzial zur Effizienzsteigerung. Bei der Auslegung des Konzepts wird darauf geachtet, Kombinationsmöglichkeiten zu identifizieren und so Wechselzeiten zu vermeiden.

    Gleichzeitig kann die Neher Group auch auf Standardproduktlinien zurückgreifen. Mit den Nehmo-Reihen stehen eine große Auswahl an Aufsteckfräsern zur Verfügung, die sowohl bei Emulsionskühlung als auch bei MMS (Nehmo Dual) eingesetzt werden können. Der große Vorteil für den Kunden hierbei ist, dass er nur die fest eingelöteten Schneiden bezahlt. Den Grundkörper bekommt er als Leihgabe kostenfrei gestellt. Zusätzlich entfällt der aufwändige Einstellprozess der Schneiden. Diese werden von der Neher Group immer auf die gleichen Werte (Durchmesser, Höhe, Rundlauf und Planlauf) gefertigt, wodurch auch entsprechend gute Oberflächenwerte erreicht werden.

    Nachgelagerte Bearbeitungsschritte

    In der Regel durchlaufen die spanend bearbeiteten Bauteile im Nachgang zusätzlich Prüf,- Montage- und/oder Kennzeichnungsprozesse. Die Neher Automation hat sich unter anderem auf solche nachgelagerten Prozesse spezialisiert.

    Durch ein Baukastenprinzip können den Kunden individuelle Lösungen platzsparend und vor allem flexibel und kostenoptimal angeboten werden. Verschiedene Dichtheitsprüfmodule für unterschiedliche Bauteile können bspw. in derselben Grundstation geprüft werden.

    Zum Portfolio gehören aber auch Montageanlagen, Roboterhandlings sowie Laserbeschriftungsanlagen. Alle Komponenten werden im eigenen Werk in Ostrach-Einhart konstruiert, gefertigt und anschließend montiert. So wird eine gleichbleibend hohe Qualität sichergestellt.